Montag, 4. April 2016

Osterfest in Ebeno, Liquiҫa – Boas Festa Paskua!!

Es ist nicht immer so einfach Internet für mein Laptop zu haben… Darum mal wieder sehr verspätet, doch trotzdem möchte ich von diesen wunderschönen Tagen hier berichten. Kürzer fassen konnte und wollte ich mich nicht, darum heute so viel!

Viel geplant hatte ich für das Osterfest nicht. Die Messen hätten in der Kathedrale stattgefunden, ansonsten hätte ich die Feiertage mit den Kindern und Schwestern im Orphanato verbracht.
Doch Mittwochabend vor Ostern besuchte uns kurz ein gut befreundeter Priester und er fragte, ob ich mit in die Berge im Subdistrikt Liquiҫa fahren möchte. Ich war wieder gesund, also sprach nichts dagegen und so machten sich der Priester, seine Nichte (so alt wie ich, was sehr schön war! Ich nenne sie später im Text einfach Bin = große Schwester), die beiden jüngsten Schwestern aus dem Orphanato und ich uns auf den Weg nach Liquica. Der Ort Liquiҫa selbst, Stadt kann man es wahrlich nicht nennen, liegt ungefähr eine Autostunde westlich von Dili an der Küste. Nicht zum ersten Mal war ich dort, aber zum ersten Mal besuchte ich die Kirche. Erst einmal Verwirrung… Wir wollten doch in die Berge, ich wurde wegen der Kälte gewarnt und nun sitzen wir in einem Häuschen neben der Kirche, trinken Kaffee, essen gegrillten Fisch und schwitzen in der Nachmittagshitze?? „Nein Laura, wir wissen doch den Weg nicht und deshalb fragen wir den Priester in Liquiҫa!“ –  Achso!
Man muss dazu sagen,  dass in vielen abgelegenen, einsamen Kirchen bzw. Kapellen Messen nur zu besonderen Anlässen gefeiert wird. So sind zu den großen Kirchenfesten immer viele Priester in die entlegensten Orte unterwegs, um dort für die Bewohner den Messebesuch zu ermöglichen. So auch die kleine Kirche in Ebeno, in den Bergen von Liquiҫa. Der Priester in Liquiҫa, mal wieder einer der lustigen Sorte, rief seine Leute zusammen, die uns nach und nach die nötigen Utensilien für die Messen brachten. Im Kofferraum die Kelche, den Messwein, die Hostien, die Gewänder für die Messe, in den Armen der Bin eine große Osterkerze von 2014, ja das Datum haben wir später aus dem Wachs gekratzt, und auf meinem Schoß die dicke Bibel. Ausgemacht war, wenn wir nach einer Stunde nicht angekommen sind, sollen wir anrufen, war aber zum Glück nicht nötig, denn nach einer Stunde und drei Minuten waren wir am Ziel. Es ging in die Berge über unwegsame Schotterstraßen, oft vom Regen ausgewaschen, riesige Schlaglöcher und abgerutschte Hänge. Meine Gedanken waren; zum Glück haben wir ein geländetaugliches Auto und hoffentlich meldet sich nicht der kurz zuvor verspeiste Fisch. Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir an. Eine einzigartige Natur, Wälder aus Kaffesträuchern, riesigen Bäumen und Palmen, dazwischen immer wieder einzelne Hütten und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Tiefrote Hibiskusblüten und ebenso rote und leuchtend gelbe Orchideen in freier Wildbahn und noch viele mehr mir unbekannte Blumen. Am Ziel in Ebeno: eine kleine Ansammlung von Häusern, eine kleine Kirche und ein wunderschöner Ausblick aufs Meer. Empfangen wurden wir von vielen Menschen in Festtagskleidung. Messe sollte doch erst um sieben Uhr abends sein, darum schon verwunderlich bei der timoresischen Mentalität, dass so früh alle schon da waren. Aber das klärte sich bald: die Menschen waren der Meinung, um sieben Uhr morgens findet die Messe statt und so warteten sie den ganzen Tag auf uns! Stell sich das mal einer in Deutschland vor, undenkbar. Nach einem kleinen Snack fand dann auch endlich die Messe statt (natürlich nicht pünktlich um sieben). 

Ankunft in Ebeno



Die Kirche





Neben der Kirche befand sich die „Klinik“.  Meines Erachtens kann man dort nicht einmal eine Wunde verarzten, denn absolut nichts erinnerte an eine medizinische Einrichtung. Sie diente uns Frauen für die Dauer unseres Aufenthaltes aber als Schlafstätte. Zwei Matratzen auf dem Boden für uns vier. Der Priester schlief im „Priesterschlafzimmer“ in der Kapelle. Dusche, WC? Einige Meter den Berg hinunter in einem kleinen Hüttchen. Fazit Unterkunft: einfach, aber zweckmäßig, wirklich abartig kaltes Wasser zum Duschen, aber mehr braucht man nicht. Gegessen wurde an einem der Kirche angrenzenden Raum, gekocht wurde von einigen Frauen in deren Zuhause, die sich wirklich viel Mühe gaben. Die Töpfe wurden dann in eine gestrickte Decke gebunden, auf den Kopf gesetzt und zur Kirche getragen. Es gab viel gekochte Ai-Firinha (Cassavas), gekochte Maiskolben, Bohnen, Reis. Dazu grünes Blattgemüse und manchmal Fisch oder Fleisch.

Kochplatz und unser Frühstück am Ostersamstag






Karfreitag. Am Vorabend sollte ich viel essen, denn an Karfreitag dürfe man nichts essen. Sicherheitshalber fragte ich, ob denn gesprochen werden dürfe, Antwort „Nein“. Entgegen meinen Erwartungen gab es an diesem Tag sehr viel zu essen und es wurde auch sehr viel gesprochen. Vielleicht wollte man mich ärgern, ich weiß es nicht.
Ein großer Kreuzweg stand auf dem Programm. Drei Kilometer lang, das mag ich aber stark bezweifeln, es war bestimmt mehr. Mit der typischen Unpünktlichkeit von zwei Stunden gingen wir los. Die Gruppe wurde immer größer, denn immer wieder stießen aus einsamen Wohnhäusern Menschen zu uns. Man vermutet gar nicht, wie viele Menschen dort auf der Strecke wohnen. Der Weg war stetig ansteigend und es war sehr heiß, dementsprechend erledigt kamen wir gegen Mittag kamen wir in Darulete, unserem Zielort oben auf einem Berg an. Es gab Mittagessen für uns in einem Haus nahe der „Kapelle“. Die Kapelle bestand aus ein paar halbhochgezogenen Mauern, kein Fundament und der Altar mit mehreren Plastikplanen als Dach geschützt. Das Wetter zog sich zu uns später fing es auch zu regnen an und es war kalt! In dieser Kapelle wurde gebetet und anschließend liefen wir die gesamte Strecke zurück nach Ebeno.
Übrigens auch nachts war es ziemlich kalt und sehr froh war ich um meine dicke Bettdecke, die ich mitgenommen habe. Denn ich wurde für meinen großen Rucksack ziemlich ausgelacht, während andere mit einer Tasche in Handtaschengröße die Tage verbrachten. Tja gut ausgerüstet ist hier die beste Voraussetzung bei solch einem Ausflug.

Der Kreuzweg





In Darulete




Die "Kapelle"



Rückweg nach Ebeno




Hunger auf ein paar frische Bananen vom Baum??
- Gab es zum Frühstück am nächsten Tag




Ostersamstag. Wir zogen gemeinsam mit einigen Kindern los, um Blumen zu sammeln für die Kirchendekoration. Schon bei unserer Ankunft war die Treppe hinunter zur Kirche und der Eingang mühevoll geschmückt, der Altar sollte folgen. Außerdem wurde vor der Kirche ein kleiner Holzhaufen gestapelt, ein Drahtseil in den weiter oben stehenden Baum gespannt und in den Baum eine Art Vogelscheuche gehängt. Sobald es dunkel war, wurde der symbolische Jesus im Baum angezündet und ein brennender Stoffball die Drahtleine hinunter in den Holzhaufen geschickt, welcher sich auch sofort entfachte. Ein wirklich spektakuläres Schauspiel, genauso wie die anschließende Erhellung der Kirch durch die vielen kleinen Kerzen in den Händen der Besucher. Die Messe ging dreieinhalb Stunden, es fing an zu regnen und wurde sehr kalt. Anschließend gab es dann noch ein kleines Osterfestessen und es wurde getanzt und gefeiert.
In manchen Orten in Osttimor gibt es eine Jugendgruppe, deren Aufgabe mir in der Kirch noch nicht ganz klar ist. Sie sehen auf jeden Fall aus wie Pfadfinder und in diesem Fall haben die Jugendlichen, fast nur Mädchen, auch in der Kirche geschlafen. Mit den Mädchen hatte ich viel Spaß und sie auch mit mir. Ich wurde sehr bewundert für meine hellen Haare und auf meine Frage, ob denn manchmal „Malais“ hier in die Berge kämen, wurde verneint. Faszinierend war für sie auch, dass ich ihre Sprache sprechen kann.

Gegenseitig die Haare flechten


Vorbereitung für den Abend



Der brennende Jesus im Baum


Und das entfachte Osterfeuer


Die mit Kerzen beleuchtete Kirche



Ostersonntag. Nachdem ich die Nacht schlaflos mit Fieber verbracht habe, sollte ich nicht zur Messe gehen. Stattdessen schlief ich und war anschließend auch wieder fit. Um acht Uhr sollte die Messe beginnen, um acht Uhr wurde auf eine alte rostige Radfelge geschlagen, damit überall die Menschen Bescheid wissen und um halb zehn begann die Messe. Eine Pünktlichkeit zum Kopfschütteln für mich als Deutsche…



Der Abschied...



Zum Dank und Abschied bekamen wir alle einen schönen Tais geschenkt. Vier lebendige Hühner, viel Gemüse und Bananen bekam der Priester als Dank, was wir auch alles dankbar mit nach Dili nahmen (die Hühner wurden einfach in eine Plastiktüte gesteckt und in den Kofferraum gelegt. Sie haben überlebt!) Und nach dem gemeinsamen Festessen begann die tränenreiche Verabschiedung. So herzlich wie ich in diesem Dorf von den Menschen empfangen und aufgenommen wurde, habe ich es noch nie erlebt. Alle waren freundlich, jeder begann ein Gespräch sobald heraus kam, dass ich Tetum spreche. Die Mädels der Jugendgruppe hatten einen riesigen Spaß mich mit Schlangen aufzuziehen, vor denen ich zugegebenermaßen Angst habe und die es zu Hauf in den Bergen gibt. Im Anschluss an die Messen kamen sehr viele Leute zu mir und legten mir zum Zeichen des Respekts meine Hand auf ihre Stirn oder küssten sie. Das kenne ich aus dem Kindergarten, doch nicht von „alten Leuten“, die mich ohne weiteres auf ihrem doch sehr traditionellen Fest empfingen. Eigentlich sollte ich dieses Zeichen als Zeichen des Respekts zeigen, darum war es mir auch etwas unangenehm.
Die Rückfahrt war ebenso abenteuerlich wie die Hinfahrt. Auf der Hinfahrt war mein Gedanke, bitte regnet es nicht, sonst kommen wir nicht mehr heil unten an. Es hat geregnet. Und wir kamen irgendwie auch unten an. Nachdem wir die Messgegenstände zurück nach Liquiҫa gebracht hatten, fuhren wir noch gemeinsam mit dem Priester und ein paar Frathers aus Liquiҫa nach Maubara an den Strand. Und abends kehrten wir müde zurück nach Dili.

Ein einmaliges, herzliches und unvergessliches Osterfest für mich! Und ein Geschenk dies in den Bergen, so nah am wirklichen Leben Timor-Lestes, zu verbringen.

Samstag, 19. März 2016

Orasaun oras 24 no misa iha Dare und dann das Denguefieber...

- Vom 24h Gebet, der Messe in Dare und dem Denguefieber -

Ja richtig gehört, 24 Stunden Gebet! Damit wurden wir am Freitagmorgen, den 4. März, in der Messe überrascht. Wie mir berichtet wurde, hat der Papst weltweit zu 24 Stunden Gebet aufgerufen, was hier in Timor-Leste sehr konsequent umgesetzt wurde. In vielen Kirchen wurde 24 Stunden lang gebetet, so auch hier im angrenzenden Seminary. Morgens in der Messe wurde angekündigt, dass der freitagliche Kreuzweg am Abend auf 17.00 Uhr vorverlegt wird und anschließend das lange Gebet beginnt. Der Kreuzweg mit seien 14 Stationen wurde wie schon gewohnt durch das Gelände gegangen. Wie das so abläuft? Zu Beginn finden sich alle in der Kapelle ein, wo gemeinsam gebetet wird. Dann führt eine kleine Gruppe von Frathers, einer mit einem Kreuz und links und rechte jeweils einer mit einer großen Kerze in der Hand, uns an. An jeder Station wird zum Text passend ein gerahmtes Bild in die Höhe gehoben, anschließend wird noch gemeinsam das Vater Unser, das Ave Maria und das Gloria gebetet und mit Gesang wird zur nächsten Station weitergegangen. Am Ende wird noch insgesamt sechs Mal das Vater Unser, das Ave Maria und das Gloria gebetet, ein Priester spricht noch die Abschlussworte und dann löst sich die Versammlung auf. Letzten Freitag jedoch wurde in der Kapelle anschließend noch weiter gebetet und eine Liste an der Eingangstür der Kapelle verriet, welche Gruppe wann zum Beten dran war. Das Kinderheim hatte wirklich Glück, musste nur abends von 20.00-21.00 Uhr und am nächsten Morgen von 6.00-7.00Uhr und nicht mitten in der Nacht zum Gebet kommen. Nach den 24 Stunden, fand abschließend dann noch eine Messe statt.





Im Anschluss an die Messe verabredete ich mich recht kurzfristig mit ein paar Freunden für den nächsten Tag. Wir wollten gemeinsam nach Dare laufen, dort die Messe besuchen und zu Fuß zurückkehren. Dare liegt eigentlich direkt hinter dem Kinderheim, nur eben ungefähr 400 Höhenmeter weiter oben in den Bergen. Die Messe sollte um 8.00 Uhr beginnen und Laufzeit wurde mir mit 50 Minuten angegeben. Umso komischer, dass wir uns schon um 5.00 Uhr treffen wollten! Jaa an diesem Sonntag sollte ich mal wieder die timoresische Mentalität kennenlernen, denn ich wartete eine ganze Stunde im Dunkeln auf meine Freunde. Als sie dann endlich da waren, machten wir uns auch gleich auf den Weg. Nach einiger Zeit bergauf über unwegsame Trampelpfade kamen wir an einem Haus an und mit den Worten „Laura, hier kannst du dich umziehen“ wurde ich ins Haus gebracht. Eine Frau wurde aus ihrem Bett geschmissen, damit ich mich in dem Zimmer für die Kirche umziehen konnte. Auf dem Rückweg stellte sich heraus, dass hier die Familie einer Freundin wohnt. Dann hieß es aber auf einmal „Ja Laura, zieh dich wieder um. Du kannst dich später umziehen.“ Wirklich jetzt?? Na gut, wieder umgezogen und weiter gelaufen bis wir ein weiteres Haus, auch Angehörige einer Freundin, erreichten. Dort wurde ich ins Bad gebracht und sollte duschen. Sehr lustig wenn man keinerlei Duschsachen dabei hat andererseits aber auch total verschwitzt ist! Man wird kreativ und man kann sich ja auch mal mit dem nass geschwitzten T-Shirt abtrocknen. Nach einer kurzen Frühstückspause ging es dann endlich das letzte Stück bergauf und gegen 8.30 Uhr, etwas spät für einen Sitzplatz in der Kirche, kamen wir an. Die Messe über standen wir, denn die Sitzplätze waren alle belegt. Im Anschluss an die Messe unterhielten wir uns gut mit einem Frather und dem Priester, der uns dann auch zu sich noch zu einem Kaffee einlud. Wir gingen in das Gebäude, welches das alte Seminary war, bevor es in die Stadt Dili umgezogen ist. Das Gebäude stammt noch aus der Zeit der Portugiesen und versprüht vom Stil her auch europäisches Flair. Das Highlight war die Veranda mit einem einzigartigen Blick auf Dili, das Meer und die Inseln Atauro und Alor. Das Wetter war leider etwas bewölkt und darum machten wir uns recht schnell auf den Rückweg, um nicht in den großen Regen zu kommen, was dann aber doch nicht reichte. In dem Haus, in welchem ich duschen durfte bekamen wir noch ein paar frisch gekochte Maiskolben und Tee serviert und auch in dem anderen Haus machten wir noch einmal Halt. Das letzte Stück legten wir dann noch mit einer großen Tüte Maiskolben zurück, die als Geschenk der einen Familie für meine Schwestern gedacht war. Und so kamen wir dann verschwitzt und vom Regen nass nachmittags wieder im Kinderheim an. Ein schöner Ausflug, doch das nächste Mal bleibe ich auch einfach eine Stunde länger im Bett!







Leider richtig gelesen: Denguefieber… Mich hat diese Tropenkrankheit letzte Woche erwischt und das nicht gerade wenig. Dienstagabend fing alles mit heftigen Gliederschmerzen an und um Mitternacht wurde ich mit hohem Fieber wach. Ich bekam dann schon etwas Angst, nachdem ich die Symptome von Denguefieber recherchiert hatte und am nächsten Morgen sind wir gleich ins Krankenhaus „Maternidade“ Fatumeta. Das ist in privates Krankenhaus der Diozöse hier in Dili. Mir wurde Blut abgenommen, Blutdruck gemessen und ein Test am Arm gemacht, der sowohl Dengue als auch Malaria bestätigen kann. Gegen einen Aufpreis wurde ein Arzt gerufen. Eindeutig im Blut konnte man aber keine der Krankheiten feststellen.
Kurz noch, was Denguefieber eigentlich ist. Dengue ist ein Virus, welcher durch Mücken übertragen wird, gleich wie bei Malaria. Heftige Glieder-, Muskel-und Gelenkschmerzen und Fieber sind die Folge. Es gibt vier verschiedene Arten des Virus, den man aber nicht bekämpfen kann. Mit Medikamenten können die Symptome gemildert werden und nach ungefähr einer Woche ist die Krankheit ausgeheilt. Es gibt jedoch auch eine schlimmere Form, das Hämorrhagische Denguefieber. Hier ist der Verlauf ähnlich, jedoch verschlechtert sich der Zustand mit der Zeit, der Kreislauf bricht zusammen, es bildet sich ein masernartiger Hautausschlag und es kann zu inneren Blutungen kommen. Außerdem sinkt der Blutdruck stark ab.
Eigentlich sollte ich im Krankenhaus bleiben zur Überwachung. Doch hier im Krankenhaus sind die Angehörigen für die Pflege des Kranken zuständig und da einige Schwestern über das Wochenende nicht da waren, waren nicht genügend Personen da, die diese Aufgabe hätten übernehmen können. So bin ich zurück nach Hause, ausgestattet mit Antibiotika, Paracetamol und einem Immunsaft, und hielt die erteilte Bettruhe ein. Am Montag sollte das Blut dann noch einmal untersucht werden. Ich sollte viel essen und trinken, damit der Thrombozythenwert im Blut nicht zu stark abfällt, was jedoch sehr schwer war. Kein Appetit und kein Hunger machten das Essen zur Qual. Durch das viele Paracetamol hielten sich zumindest die Gliederschmerzen und das Fieber in Grenzen. Samstagabend war dann ein neuer Tiefpunkt erreicht und die wenigen Schwestern die da waren, wollten mit mir sofort ins Krankenhaus, doch es war kein Auto da. Und so hielt ich bis Montag durch und ging dann wieder ins Krankenhaus zur geplanten Blutuntersuchung. Mein Blutdruck war zu niedrig und so stand sofort fest: die Laura bleibt im Krankenhaus! Eine Krankenschwester versuchte mir eine Nadel für eine Infusion zu legen, was beim dritten Versuch dann gelang. Beide Handrücken waren schon tiefblau und dick von den beiden ersten Versuchen. Der Bluttest bestätigte das Denguefieber und wegen des zu schlechten Thrombozythenwerts sollte mir eine Bluttransfusion bevorstehen. In Absprache mit einem deutschen Arzt lehnte ich dies aber ab, denn der Wert war noch nicht kritisch und jede Bluttransfusion birgt ihre eigenen Risiken. Darum warteten wir die Entwicklung meines Blutes ab. Insgesamt blieb ich 3 Nächte im Krankenhaus und bekam Infusionen. Das Essen war immer noch eine Qual, doch ich gab mein Bestes. Da alle Einzelzimmer belegt waren, bekam ich mein Bett in einem großen Saal, in dem zwölf Betten jeweils mit einem Vorhang voneinander getrennt untergebracht waren. Die Betten waren in der ersten Nacht allesamt belegt, meistens mit kleinen Kinder. Dementsprechend laut war es auch und nicht oft verbrachte die komplette Familie (Mama, Papa, und vielleicht 3 Geschwister) die Nacht bei ihrem Kranken. Bett für die Angehörigen gab es nicht und ich weiß nicht recht, wo all diese Menschen geschlafen haben. Morgens kam ein Arzt und schaute nach mir und abends wurde ich gefragt, wie es mir geht und ob ich Schmerzen habe. Ansonsten verbrachte ich den Tag im Bett. Vormittags und nachmittags war ich meistens nicht allein, ein Kind aus dem Kinderheim musste bei mir bleiben und helfen. Nachts blieb jeweils eine Schwester bei mir. Mein Zustand wurde besser. Ein Priester kochte sogar extra für mich eine Naturmedizin, die die Blutbildung anregte. Wirklich nett von ihm und überhaupt wie viele Menschen mich besuchten! Ein junger Priester kam jeden Tag, besagter Priester mit der Medizin kam auch an zwei Tagen vorbei, sowie ein weiterer Priester aus dem Seminary. Täglich kam ein Freund und auch meine Kollegin mit ihren Töchtern, ein Frather, ein weiterer Freund und ein paar Kinder aus dem Orphanato besuchten mich, was mich zum einen sehr freute und auch ein wenig ablenkte. Alle hatten aber dasselbe Problem: an der Rezeption kannte niemand meinen Namen?! Erst wenn „Malai“ (Ausländer) genannt wurde, wusste man Bescheid. Und das obwohl mein Name sogar ganz fett an einer Tafel an der Rezeption angeschrieben war!
Ich ging davon aus, dass wenn das Blutbild am Mittwochvormittag gut ist, dass ich nach Hause darf. So lag ich wie auf Kohlen in meinem Bett und wartetet, doch Arzt kam keiner. Abends wusste ich zwar, dass die Blutwerte wieder in Ordnung sind, doch heim schicken durfte mich nur der „Experte“. Am nächsten Morgen war es dann auch soweit. Laut meinem Arztattest hatte ich diese schlimme Version des Denguefiebers und der „Experte“ war ein Gynäkologe. Ich vermute, dass das Krankenhaus einfach nur einen richtigen Arzt hat und der ist für alles zuständig. Ein weiterer Arzt arbeitet als Freiwilliger aus Kuba dort, ist aber nicht zu allem befugt. Mehr Ärzte habe ich nicht gesehen während meines Aufenthalts, daher meine Vermutung. Für die, die es interessiert: alles in allem hat die Krankheit 385,40$ gekostet, was aber glücklicherweise die Versicherung übernimmt. Die Verständigung Versicherung und Krankenhaus war mehr als kompliziert. Das Krankenhaus verfügt über keinerlei Computer, also auch keine E-Mail oder Fax und auch mit dem Telefonieren war das so eine Sache.
Nun ruhe ich mich noch ein wenig aus, aber ich fühle mich schon sehr gut und kann vor allem wieder ganz normal essen! Hoffen wir, dass ich vor einer Zweitinfektion, die meist schlimmer ausfällt, verschont bleibe. 



Donnerstag, 25. Februar 2016

Schnipp, schnapp, Haare ab!

Jetzt muss ich hier doch auch berichten, was heute hier auf einmal los war. Ganz normal war ich vormittags im Kindergarten und nachmittags habe ich mit den Kindern gelernt. Plötzlich kam aber auf einmal Unruhe auf, irgendjemand ist mit dem Roller gekommen und einige Minuten später folgte ein Auto. Die Kinder packten zusammen und wussten aber auch nicht so recht, wer da kommt. 
Aus dem Auto stiegen einige indonesische Frauen und Männer, top modern gestylt und mit Taschen bewaffnet. Eine Frau erkannte ich; sie betreibt mit ihrer Familie ein indonesisches Restaurant in Dili, welches manchmal Geld oder Essen an das Orphanato spendet. Sie ist verantwortlich dafür, dass ein ganzes Friseurteam heute hier aufschlug. Umsonst sollte den Kindern die Haare geschnitten werden, was ich an sich eine sehr gute Idee finde! Nichts gegen die Haarschnitte der Schwestern, aber manchmal habe ich schon das Gefühl, sie probieren aus, was ihnen gerade in den Sinn kommt. Und naja, meistens finde ich das Ergebnis nicht wirklich gelungen…
Meine Haare sollten auch geschnitten werden, aber hauptsächlich wollten die Friseure meine blonden Haare schneiden. Sie fragten, ob ich ein Model sei und die Haare echt sind! Das war schon etwas Besonderes für sie. Außerdem haben sich die Schwestern bisher immer geweigert meine Haare zu schneiden, weil sie einfach zu „schön“ sind und so kam mir die Gelegenheit heute sehr recht.
Vor der Haustür wurden drei Stühle aufgestellt und dann den Umhang angezogen und los ging es. Erstaunlich schnell war alles erledigt. Eine Geldspende wurde noch an das Orphanato überreicht und nachdem einige Fotos gemacht wurden und versprochen wurde, dass die Friseure bald wieder kommen, war die Friseurstunde auch schon zu Ende. 

Manchmal passieren hier wirklich witzige Dinge, mit denen einfach niemand rechnet. Aber das sind auch immer sehr schöne und besondere Momente für die Kinder. Die Kleinste hat sich gar nicht getraut, hing die ganze Zeit an meinem Arm und ich habe gespürt, wie ihr Herz raste. Doch sie traute sich dann doch und merkte: es tut ja gar nicht weh! Eigentlich ist es nicht ihr erstes Mal gewesen…

Liebe Grüße in die Heimat!

Eure Laura





Donnerstag, 11. Februar 2016

Eh, Foho Ramelau...

Kaum zu glauben: es ist Halbzeit für mich in Timor und darum fand letzte Woche auch unser Zwischenseminar hier in Dili statt. Im Anschluss an das erfolgreiche Seminar bot sich mir die Gelegenheit mit den beiden Freiwilligen Leonie und Janila von Misereor aus Baucau über das Wochenende in die Berge zu fahren und den Foho Ramelau, Timors höchster und zudem heiliger Berg mit 2963m, gemeinsam zu besteigen.  
Wie ich mittlerweile mein Timor kennengelernt habe, sollte ich auch dieses Mal abwarten, bis es wirklich los ging. Eine Freundin namens Betty aus Baucau sollte mitkommen und ein Freund, von ihr, Sintu,  der die Route auf den Berg kennt. Dieser sagte jedoch am Morgen des Abenteuers ab, dann wieder zu, dann wieder ab und dann doch wieder zu. Ihr seht: vertraue nie zu 100% den Aussagen der Einheimischen, aber nachdem Betty ordentlich gedroht hatte hielt er sein Wort und Freitag gegen neun Uhr machten wir Mädels uns auf den Weg zur Kathedrale mit dem Microlet. Dort ist der Sitz des Vereins „Juventude Hadomi Natureza“ (Jugend, die die Natur liebt), welcher unter anderem Kletter-und Wanderausflüge und Kurse dafür anbietet. Janila, Betty und Sintu machten sich auf den Weg zum Supermarkt, um genug Essen für das Wochenende einzukaufen und Leonie und ich warteten und unterhielten uns so lange mit den anderen Bergführern. 

Die Einkäufe verteilen



Alles in den großen Rucksäcken verstaut machten wir uns dann mit dem Taxi auf zu einem zentralen Platz für Busse, die in die Berge fahren. Nach zwei Stunden kam dann auch ein Bus, der nach Suai fuhr und uns bis Maubisse mitnehmen konnte und nach weiteren zwei Stunden Fahrt durch Dili, um weitere Fahrgäste einzusammeln, ging es dann wirklich los. Es fing an zu regnen. Eigentlich eine dumme Idee in der Regenzeit den Ramelau besteigen zu wollen, aber diese Gelegenheit ergibt sich einfach nicht immer und ohne Bergführer oder Ortskundigen hat man definitiv kaum eine Chance oben anzukommen. Es regnete und umso höher wir in die Berge kamen, umso kälter wurde es und zum ersten Mal machten wir uns Gedanken, wo wir denn eigentlich die Nacht verbringen werden. Die abschüssige Straße, die nur aus festgefahrener Erde bestand, wurde mit dem Regen zu einer rutschigen und sehr gefährlichen Angelegenheit. In regelmäßigen Abständen  öffneten sich die Fenster des Busses und die Einheimischen übergaben sich, was wirklich für die Zustände der Straße sprach. 

Mit dem Bus in die Berge



Gegen 19.30 Uhr kamen wir am Ausgangspunkt unserer Wanderung an. Verlassen im Stockdunkeln standen wir an der Straße, verpackten die Rucksäcke regendicht, denn es schüttete ziemlich stark. Ausgestattet mit Stirnlampen liefen wir los, laut Sintu ein oder zwei Stunden (was er vorher auch nicht verraten hatte). Doch auch nach drei Stunden durch die Dunkelheit, die Nässe und Einsamkeit auf schlechter Straße kamen wir dem Ende noch nicht nah. Ein gelber Kipplaster rettete uns, der uns dann anderthalb Stunden unter einer Plastikplane mitnahm und uns einiges an Laufzeit ersparte. Doch total durchnässt und ohne Bewegung wurde uns ziemlich schnell sehr kalt. Um Mitternacht ließ uns der Fahrer absteigen, mitten im Nirgendwo! Ich glaube, mir war noch nie so kalt wie in diesem Moment und ich bekam wirklich Angst, wo wir die Nacht verbringen sollten. Geplant war die Übernachtung in einem Haus des Vereins im Ort Hato-Builico am Fuße des Ramelaus. Doch da unser Bergführer in der Dunkelheit (und er war bisher auch noch nie allein auf dem Ramelau, was er uns in diesem Moment sagte!) die Abzweigung in das Dorf nicht fand, irrten wir weiter umher. Wir liefen den Weg wieder zurück und wieder abwärts und nach anderthalb Stunden Umherirren blieb Sintu stehen und sagte: hier werden wir schlafen. Auf einer Wiese? Ohne Dach? Mitten im Regen? Bei dieser Kälte??? Nein, denn Sintu hatte ein drei-Mann-Zelt dabei, in welchem wir zu fünft die Nacht verbrachten. Aus kulturellen Gründen wollte Sintu nicht mit uns Frauen im Zelt schlafen, sondern die Nacht über wach bleiben. Das konnten wir ihm aber zum Glück ausreden. Die Nacht war unbarmherzig kalt, denn ohne Isomatten zog die Kälte ungehindert von unten in unsere Körper. Viel später als geplant, um vier Uhr stand Sintu auf, um Tee, Reis und Gemüse, Fisch aus der Dose und Eier fürs Frühstück zu kochen. 

Da, wo wir am Morgen aufwachten und frühstückten






Gegen sieben Uhr machten wir uns auf in Richtung Ramelau, den wir in der Morgensonne zum ersten Mal sehen konnten. 

Erster Blick auf den Ramelau



Auf dem Weg ins Tal und in das Dorf Hato-Builico folgten uns viele Menschen, die schwer beladen ihre Waren ins Dorf schleppten oder Kinder, die zur Schule mussten. Gute anderthalb Stunden dauerte der Abstieg, der von der Umgebung her an eine Wanderung in den Alpen erinnerte. Alles war grün, was definitiv die schöne Seite der Regenzeit ist. Durch das kleine Dorf gelangten wir schnell und dann begann der Aufstieg zum Ramelau. Es wurde heiß, denn die Sonne stach vom Himmel und die schweren Rucksäcke machten den Aufstieg anstrengend. 

Abstieg ins Tal









Gegen Mittag kamen wir am Tor zum Nationalpark an, wo wir kurze Rast einlegten, Bilder machten und die Hymne des Ramelaus sangen. Der Ramelau ist nicht nur der höchste Berg der Insel und des Landes, sondern er ist zudem auch heilig. Oben auf dem Gipfel steht eine ungefähr drei Meter hohe Marienstatue, die mit dem Berg Schutzpatron des Landes Timor-Lestes ist. 

Aufstieg zum Ramelau und Tor zum Nationalpark







Durch das Tor ging es weiter steil hinauf und die Vegetation veränderte sich wegen der großen Höhe. Es wurde kalt und da viele Wolken aus dem Tal aufstiegen fing es auch wieder an zu regnen. Die Nacht sollten wir in einer Kapelle verbringen, die wir auch am späten Nachmittag total erschöpft erreichten. Es handelte sich um eine traditionelle Kapelle ganz aus Holz, denn eine Straße, um Baumaterial zum Gipfel zu schaffen, gibt es nicht. Im Innenraum befand sich zu unserer Begeisterung eine Feuerstelle, die wir auch gleich nutzen. Wir kochten Nudeln, Reis, Gemüse und Tee, denn seit dem Frühstück hatten wir auch nichts mehr gegessen außer Unmengen an Schokoriegeln. Ich kann nur sagen: es hat köstlich geschmeckt! Langsam zog der nasse Regen durch die vielen Ritzen der Kapelle und stellte keine guten Aussichten auf erholenden Schlaf. Kurzerhand stellten wir das Zelt im Innenraum der Kapelle auf. 

Wild wachsende Gladiolen aus dem Nationalpark (!) gepflückt,
für die heilige Maria auf dem Berggipfel


Unsere Herberger für eine Nacht: die traditionelle Kapelle, unser Bergführer, dem auch auf fast 3.000m noch nicht kalt war und unser Schlafplatz





Um Mitternacht und nach vier Stunden Schlaf waren wir alle wach, weil es so abartig kalt war. Am neu angezündeten Feuer wärmten wir uns und als einzige legte ich mich zurück ins Zelt, schnappte mir die Decken der anderen und konnte somit noch ein paar Stunden Schlaf bekommen bis um vier Uhr, während die anderen wach blieben.
Um vier Uhr hieß es aufstehen, frühstücken und zusammenpacken. Und dann begann der Aufstieg zum Gipfel durch die schon bekannte Dunkelheit mit Stirnlampen. Pünktlich zum Sonnenaufgang (was unser Ziel war) kamen wir oben an und konnten den gigantischen Sonnenaufgang und das Erwachen des Landes von oben miterleben. Überglücklich unser Ziel erreicht zu haben ließ sich die Kälte auch in den Decken aushalten und gegen sieben Uhr begannen wir den Abstieg. 

Geschafft!









In einem rasanten Tempo und nur anderthalb Stunden standen wir im Dorf Hato-Builico! Die Knie schmerzten, denn Wanderschuhe hat niemand von uns als Ausrüstung Freiwilliger dabei, Betty sogar nur in Flip Flops. Auf der gegenüberliegenden Seite des Tals stiegen wir wieder auf und dann begann der Weg zurück zum Ausgangspunkt, den wir ja nur im Dunkeln erlebt hatten. Eine unwegsame Straße führt durch die Berge und das in vier Stunden. Unbarmherzig stach die Sonne vom Himmel und erschwerte die Wanderung wieder ins andere Extrem. 



Unterwegs nahm uns glücklicherweise in Pick-Up auf seiner Ladefläche ungefähr 15 Minuten lang mit, ersparte uns aber  mindestens weitere anderthalb Stunden Laufzeit! Und so kamen wir am Nachmittag auf der Straße an, auf der die Busse nach Dili verkehren. Bei Tageslicht sah man auch das Schild: bis Hato-Builico 18km! 



Und dann zusätzlich den Aufstieg auf den fast 3000der. Alles schmerzte, aber wir konnten etwas verschnaufen während wir auf den Bus oder etwas Ähnliches warteten. Ein Gefährt mit Ladefläche und zwei Holzbäcken kam irgendwann vorbei und nahm uns für jeweils vier Dollar zurück mit nach Dili. Über fünf Stunden dauerte die Fahrt, auf der es wieder anfing zu regnen und klitschnass wie wir wieder waren, wurde es wieder sehr unangenehm kalt. Außerdem waren die Holzbänke alles andere als bequem. Gegen 19.00 Uhr kamen wir in Dili an und fuhren mit dem Taxi zum Sitz des Vereins. Von dort fuhren uns netterweise ein paar Guides mit ihren Rollen nach Hause ins Orphanato.

Wir hatten also Microlet, Taxi, Bus, Kipplaster, Pick-Up, anderes Gefährt mit Ladefläche und Roller. Sprich so ziemlich alles, was man in Osttimor als gängige Fahrzeuge vorfindet.
Wir hatten zwei Temperaturextreme sowie unbarmherzig stechende Sonne und beängstigend kalten Regen.
Einen fetten Sonnenbrand, doch zum Glück noch keine Erkältung. Eine Nacht im Zelt und eine Nacht in einer Kapelle.
Wir hatten drei Tage lang keine Dusche und unsere Kleidung stank nach Rauch vom Feuer und Schweiß.
Drei Tage lang keinen Handyempfang (was nicht schlimm war, aber der Gedanke, uns könnte etwas zustoßen, beunruhigte ohne das Handy für den Notfall).

Alles in allem ein einmaliges Erlebnis, vielleicht auch das größte in meinem ganzen Jahr und vor allem bin ich stolz, den heiligen Berg des Landes gemeistert zu haben!



Hier noch die Hymne für den Foho Ramele (Foho = Berg):

EH, FOHO RAMELAU
FOHO RAMELAU
SABE AS LIU O TUTUN
SABE BEM LIU O LOLON EH! (2x)

TAN SA TIMOR OAN SUDUR WAWAIN?
TAN SA TIMOR OAN ATAN WAIWAIN?
TAN SA TIMOR OAN KAKRUK BEIBEIK?
TAN SA TIMOR OAN ATAN BEIBEIK?

HADER RAI HUN MUTIN ONA LA
HADER LORON FOUN SAE ONA LA!

LOKE MATAN LORON FOUN TOÓ IHA OKNUA
LOKE MATAN LORON FOUN IHA ITA NIA RAIN

HADER KAÉR RASIK KUDA TALIN EH
HADER UKUN RASIK ITA RAIN EH!




Vielleicht auch noch interessant, was in meinem Rucksack alles drin war:
-          Ca. 1Kg Kartoffeln und Karotten
-          2 Hand voll grüne Bohnen
-          3 Packungen Instantnudeln
-          Ungefähr 25 Schokoriegel
-          Flip Flops
-          Socken und Unterwäsche
-          2 T-Shirts
-          Unterhemd
-          1 langärmeliges T-Shirt
-          Ein dicker Pulli
-          Eine Fleecejacke von Lisa
-          1 sehr dicker Wollpullover von einer Schwester
-          Eine gefütterte Regenjacke einer Schwester
-          Schal
-          Bettdeckenbezug
-          Hüttenschlafsack
-          Dünne Bettdecke
-          Zahnbürste und Haarbürste
-          Handtuch
-          Wasserflaschen
-          Akku, Handy, Kamera